24 | 11 | 2017

Alternative Lernformen

Blended-Learning

Aus der Lage der Region Osthessen, der demographischen Entwicklung, die in weiten Teilen dieser ländlichen Region ähnlich ist - eine Ausnahme bildet lediglich der urbane Verdichtungsraum Fulda - ergibt sich die Notwendigkeit mit den Bildungsangeboten „in die Fläche zu gehen".

Gründe für die besondere Schwierigkeit der Organisation von Aus- und Weiterbildung im ländlichen Raum sind:

zurückgehende Bevölkerungszahlen, die in der Regel auch ein zurückgehendes Bildungsangebot mit sich bringen.

abnehmendes ÖPNV-Angebot, das die Erreichbarkeit von Bildungsangeboten verringert.

abnehmender Mobilisierungsgrad, insbesondere bei sog. „bildungsfernen Schichten", der die Erreichbarkeit von Bildungsangeboten verringert

Daraus ergibt sich die Notwendigkeit Bildungsangebote in der Fläche zu halten und auszubauen, um ein ansprechendes Bildungsangebot in der Region weiter zu entwickeln. Andererseits ist es wichtig, in der Zukunft nachhaltig Weiterbildung für die Bevölkerung zu organisieren und darüber hinaus für andere Regionen attraktive Bildungsangebote anzubieten.

Dafür bietet sich das Blended-Learning-Verfahren an. Im Rahmen der Umsetzung werden individuell und lernerangepasste Distanzphasen und Präsenzphasen möglich. Erfahrungen aus dem Bereich des E-Learnings eröffnen eindeutig die Möglichkeit des Distanzlernens, ergeben jedoch gleichzeitig die Problemlage, dass insbesondere Angehörige „bildungsferner Schichten" nicht das notwendige Arbeitsverhalten und die notwendige Selbstdisziplin aufbringen, um effektiv an Distanzprogrammen der „klassischen Art" erfolgreich teilzunehmen. Dieser Problemlage soll durch die Einrichtung von Lernorten (Beratung und Distanzlernen) entgegen gewirkt werden. Lernorte („außerhäusliche Orte zum gemeinsamen Lernen") umfassen sowohl die Möglichkeit der Bildungsberatung als auch die betreute Teilnahme am Distanzlernen. Die Betreuung erstreckt sich nicht nur auf die technische Supportfunktion, sondern auch ganz gezielt auf eine sozialpädagogische Betreuung der Teilnehmer am Distanzlernen.

Durch die Verknüpfung von Distanz- und Präsenzlernen wird für eine Reihe von Bildungsangeboten die kritische Masse für die ökonomische Realisierung auch im ländlichen Raum überschritten.

Für die Arbeit im Blended-Learning-Verfahren sollten vergleichbare kompatible Lernorte in der Zukunft flächendeckend zur Verfügung stehen, sodass die Bildung eines Netzwerks „Blended-Learning" mit unterschiedlicher Integration einzelner Mitglieder realisiert werden kann. Später soll das Projekt in die Arbeit des Hessencampus Hersfeld-Rotenburg eingebunden werden.

Für die Schule für Erwachsene scheint diese Methode des Unterrichtens in der Zukunft unumgängliche zu werden, da sie an zwei entfernt liegenden Unterrichtsstandorten agiert. Es wird durch das Blended-Learning-Verfahren möglich, ressourcensparend an beiden Standorten das Unterrichtsangebot bei sinkenden Studierendenzahlen gegen Ende der Bildungsgänge aufrecht zu erhalten.

Zurzeit erprobt die Schule für Erwachsene einen Modellversuch, in dessen Rahmen der standortübergreifende Unterricht in der Qualifikationsphase in Fulda und Bad Hersfeld mit Hilfe dieser Methode erprobt wird. Ab dem WS 2008/2009 wurden die Q3-Kurse standortübergreifend gemeinsam in den Fächern Chemie, Physik und Biologie unterrichtet. Mittlerweile unterrichten die Fachlehrer wöchentlich wechselnd von Bad Hersfeld oder von Fulda aus alle Fächer, sodass jede Gruppe vierzehntägig eine vom Lehrer betreute Präsenzphase erhält. In naher Zukunft ist geplant, dieses Modellprojekt mit weiteren Bildungsträgern auf weitere Lernorte auszudehnen. Je nach den zur Verfügung stehenden Ressourcen sollen eigene Blended-Learning-Gruppen gebildet werden. Derzeit sind 80% der Lehrkräfte der Schule für Erwachsene Osthessen auf der Lernplattform und im Umgang mit dieser Methode geschult. In der Zukunft können im Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen - ausgehend von der Schule für Erwachsene Osthessen – Schulungen für die unterrichtenden Hessencampus-Partner und weitere interessierte Kolleginnen und Kollegen der hessischen Schulen für Erwachsene im Umgang mit dem Blended-Learning-Verfahren angeboten werden.

 

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